Das Glycerin – was ist es, wie wird es hergestellt und wofür wird es verwendet?

Das Glycerin – was ist es, wie wird es hergestellt und wofür wird es verwendet?
1. Juni 2022 3 min zum lesen

Das Glycerin – was ist es, wie wird es hergestellt und wofür wird es verwendet?

Das Glycerin – was ist es, wie wird es hergestellt und wofür wird es verwendet?

Das Glycerin, Glycerol oder Glyzerin kennt wohl jeder Dampfer aus seinem Liquid. Hauptsächlich wird es im Liquid für eine kräftige Dampfentwicklung genutzt. Aber was ist es, wie wird es hergestellt und wofür wird es noch verwendet?

Was ist Glycerin? – die Chemie dahinter etwas angekratzt

Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol. Die Summenformel lautet CH2OH-HCOH-H2COH und wird in der Chemie auch Propan-1,2,3-triol genannt.

Es ist eine farblose, dickflüssige und wasseranziehende Flüssigkeit mit einem süssen Geschmack.

Aus der Lebensmittelindustrie kennt man ihn zum Beispiel auch als Zusatzstoff E422 – doch das ist etwas vorgegriffen.

Wie wird Glycerin hergestellt?

Glycerin kommt in vielen Fetten und Ölen vor und wird auch aus diesen gewonnen – häufig aus Palm- oder Kokosöl.

Nach der „Reinigung“ weist es eine Reinheit von etwa 99.7 % auf – der Rest ist Wasser.

Bei der Herstellung von biologischem Diesel, sowie Seife zum Beispiel kann es als Abfall- oder Nebenprodukt gewonnen werden und wird mithilfe von Destillierung auf die gewünschte Reinheit gebracht.

Wo, ausser in Vapes wird Glycerin noch verwendet?

Am häufigsten findet Glycerin, wie zuvor kurz angesprochen in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff E422 Gebrauch. Hier wird es als Süssungsmittel und/oder Weichmacher genutzt, bei Kaugummis zum Beispiel, aber auch bei massiv vielen, anderen Lebensmitteln.

Dieser Punkt wird von Vape-Kritikern erstaunlicherweise ausser Acht gelassen – bei Glycerin handelt es sich nicht um einen neuen Stoff, welcher nur für das Vapen zum Einsatz kommt.

Auch in der Tabakherstellung wird Glycerin als Weichmacher, besonders beim Shisha-Tabak genutzt. Das heisst, auch beim Zigaretten- oder eben Shisha-Rauchen nimmt man durchaus Glycerin auf.

Zudem wird es in der Medizin für zum Beispiel Hustensaft oder Zäpfchen genutzt, in der Kosmetik für Cremes und dergleichen und in Frostschutzmitteln.

Aber Achtung! Der Punkt mit dem Frostschutzmittel wird gerne von Kritikern überstrapaziert. Das heisst nämlich NICHT, dass in E-Liquids Frostschutzmittel enthalten ist. Das Glycerin, welches mit E-Liquids gevaped wird, weist eine viel höhere Reinheit auf.

Gibt es Risiken bei der Aufnahme von Glycerin?

Beschönigen will ich hier definitiv nichts – Glycerin ist bei hoher Dosierung schädlich und reizend auf die Schleimhäute.

Bei der oralen Einnahme kann es auch das Nervensystem, die Nieren und die Verdauung negativ beeinflussen. Das heisst also, nicht nur beim Vapen, sondern auch beim Aufnehmen von Nahrung, welche mit E422 versetzt ist und auch bei Rauchen von Zigaretten.

Fazit zum Glycerin

Simpel und ergreifend kann man sagen – es handelt sich um einen Schadstoff.

Aber nur simpel ist es nun mal nicht immer. Glycerin ist ein Hilfsmittel in der Lebensmittelindustrie und das schon sehr lange, in der Medizin, Kosmetik und in der Industrie genutzt.

Dass man beim vapen Schadstoffe zu sich nimmt, ist kein Geheimnis. Aus diesem Grunde sage ich selbst auch nicht gerne, dass es die gesündere Alternative ist – sondern lediglich die 95 % weniger ungesunde Alternative zum Rauchen. Aber auch beim Rauchen ist Glycerin enthalten.

Wenn man bedenkt und realisiert, wodurch man diesen Schadstoff sonst noch zu sich nimmt, ist das E-Liquid gewiss das geringste Übel.

Das wichtige beim Umstieg vom Rauchen zum Vapen ist, dass man dabei auf die massiv vielen, anderen Schadstoffe verzichtet, welche bei der Verbrennung entstehen, bzw. gelöst werden.

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